Bauernwehr

Die Bauernwehr/Hauswehr, in der Schweiz auch "Rugger" genannt, ist eine einfache Seitenwaffe, die Mitte 15. Jahrhundert in unseren Breitegraden auftauchte und sich gegen das Ende, resp. Anfangs 16. Jahrhundert grosser Beliebtheit erfreute. Entstanden ist diese Seitenwaffe wohl, weil es nur Adligen erlaubt war, ein zweischneidiges Schwert zu tragen. Uns kam mal zu Ohren, dass die Definition eines Schwertes nicht nur bei der zweischneidigkeit, sondern auch bei der durchgehenden Parierstange lag. Das würde erklären, dass Wehren hauptsächlich einen einseitigen Dorn oder Nagel aufweisen, der die Hand am Abrutschen über die Klinge hindert, wenn diese auf was Hartes (menschliche Brustkörbe zB) trifft. Es gibt allerdings auch Fechttechniken, bei denen dieser Nagel direkt zum Einsatz kommt. Neben der Verteidigung war die Wehr aber sicher auch ein Arbeitsgerät, ähnlich der Machete. Dafür spricht ihre beinah moderne Form eines solchen Arbeitsmessers. Ob damit Holz gehakt wurde sei dahingestellt, aber nicht von der Hand zu weisen.


Mit dem aufkommen der Bauernwehr entwickelte sich auch eine Spezialform davon, das "lange Messer". Diese bis zu 80cm langen Waffen unterschieden sich in der Aufbauweise nicht von einer Bauernwehr, waren aber ein guter, und zugelassener, Schwertersatz. Bei Hauswehren sieht man an der Scheide häufig noch ein passendes Messer und manchmal auch einen passenden Pfrim.


Unsere Bauernwehr ist nach einem Privaten Fund aus dem Raum Bretten, Deutschland. Die Griffschale besteht aus Eichenholz und ist mit Hohlnieten durchbrochen, die wiederum mit Messing unterlegt sind.


Herstellung: Manfred Pany


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